Konkretes Ziel des Teilprojektes 1 ist es, die Aushandlung und Sanktionierung von persönlichen und sozialen Normen durch multiple Akteur*innen zu untersuchen. Bislang fehlen Studien, die das Zusammenspiel zwischen dem Individuum und verschiedenen proximalen Referenzgruppen bei der Normaushandlung und -sanktionierung analysieren. Die Besonderheiten von Social Media-Plattformen erfordern es, auch distale Referenzgruppen zu untersuchen. Daher berücksichtigt TP1 das Individuum sowie dessen proximale und distale Referenzgruppen, um so die Konzepte der Selbst- und Fremdsozialisation zu verbinden.
TP1 folgt einem egozentrierten Netzwerkansatz: Ausgehend von einem Heranwachsenden zwischen 14 und 16 Jahren fokussiert es auf drei, dem Heranwachsenden nahestehende proximale Referenzgruppen (Eltern, Lehrer*in, enge Freund:innen), die in Leitfadeninterviews in 20 Netzwerken befragt werden.
Konkret leiten TP1 drei übergeordnete Forschungsfragen:
- FF1: Welche persönlichen Normen nehmen Heranwachsende für ihre visuelle Selbstdarstellung wahr?
- FF2: Welche deskriptiven und injunktiven Normen und Sanktionen proximaler und distaler Referenzgruppen nehmen Heranwachsende für ihre visuelle Selbstdarstellung wahr?
- FF3: Welche Rolle schreiben proximale Referenzgruppen sich selbst sowie anderen proximalen und distalen Referenzgruppen in der Normaushandlung und -sanktionierung zu?