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Demokratie braucht Dialog: Ein Projekt gegen die Gesprächskrise und für mehr gegenseitiges Verständnis

27.04.2026

DemocraGPT gestartet: KI-gestütztes Gesprächstraining für demokratischen Austausch

Seit dem 1. April 2026 arbeitet ein interdisziplinäres Forschungskonsortium aus Kommunikationswissenschaft, Informatik und Politikwissenschaft am neuen bidt-geförderten Projekt DemocraGPT. Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines KI-gestützten Gesprächstrainings, dasMenschen dabei unterstützen soll, auch in gesellschaftlich polarisierten Debatten konstruktiv im Gespräch zu bleiben.

Das Projekt wird gemeinsam vom Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung (IfKW) der LMU München, der TUM School of Social Sciences and Technology sowie dem Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft der LMU durchgeführt. Gefördert wird das Vorhaben durch das Bayerische Forschungsinstitut für Digitale Transformation (bidt).

Ausgangspunkt des Projekts ist die Beobachtung, dass sich immer mehr Menschen aus politischen Diskussionen zurückziehen – insbesondere in digitalen Räumen. Studien zeigen, dass öffentliche Debatten häufig als emotional aufgeladen, konflikthaft oder sozial riskant wahrgenommen werden.
DemocraGPT untersucht deshalb, wie Large Language Models (LLMs) genutzt werden können, um Menschen beim Umgang mit schwierigen politischen Gesprächen zu unterstützen.

Im Zentrum steht die Entwicklung einer KI-basierten Anwendung, in der Nutzer Gespräche mit simulierten Gegenpositionen und herausfordernden Gesprächsstilen führen können. Die Gespräche im geschützten Raum sollen dabei helfen, kommunikative Ausdrucksformen von Widerstand zu erkennen, empathische Gesprächsstrategien einzuüben und Ambiguitätstoleranz im Umgang mit kontroversen Positionen zu fördern.

Die LLM-basierte Umgebung wird durch ein Mehr-Methoden-Design wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Geplant sind unter anderem Fokusgruppen, Panelstudien sowie eine öffentlich zugängliche Beta-Phase im Sinne eines Citizen-Science-Ansatzes.

Im IfKW liegt ein besonderer Fokus auf der theoretischen Modellierung herausfordernder Gesprächsdynamiken, der Analyse psychologischer Reaktanz in politischen Diskursen sowie dem gesellschaftlichen Transfer der Projektergebnisse. Grundlage hierfür ist unter anderem das im Rahmen einer bidt-Anschubfinanzierung entwickelte Framework des Psychological Reactance Discourse Space, das unterschiedliche Reaktanz-Archetypen in politischen Gesprächen beschreibt.

Zum Konsortium gehören:

Weitere Informationen zum Projekt sowie Einblicke in die laufende Entwicklung werden künftig auch über die Projektwebseite und den begleitenden Podcast „DemocraGPT“ veröffentlicht.